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Bodenschichten für geschlossene Unterseiten festlegen

09.10.2026

Eine geschlossene Unterseite braucht im Slicer eine feste Bodenschale. Ihre Dicke hängt nicht allein von der eingestellten Layerzahl ab: Bei geringerer Schichthöhe sind mehr feste Lagen für dieselbe Dicke nötig. Hier erfährst du, wie du den Wert berechnest und die Ausgabe kontrollierst.

Was eine Bodenschale im Slicer bedeutet

Die Bodenschichten sind die festen Lagen, die der Slicer am unteren Teil eines Modells erzeugt. Sie unterscheiden sich von der sparsamen Innenfüllung: Die Bodenschale schließt die Unterseite, während die Füllung den Körper darunter stützt. Für ein geschlossenes Erscheinungsbild reicht es daher nicht, nur den Infill-Prozentsatz zu erhöhen. Stelle sicher, dass die Boden- beziehungsweise Bottom-Shell-Funktion aktiv ist und nicht auf null steht.

Dicke statt bloßer Layerzahl beurteilen

Die Zahl im Feld „Bodenschichten“ ist kein universelles Maß für die Wandstärke. Drei Lagen mit 0,2 mm Schichthöhe ergeben rechnerisch 0,6 mm; drei Lagen mit 0,1 mm ergeben nur 0,3 mm. Wer nach einem Wechsel der Schichthöhe die Layerzahl unverändert lässt, halbiert in diesem Beispiel die feste Dicke. Bei geringer Schichthöhe sind daher mehr Lagen nötig, um dieselbe Wanddicke zu erreichen.

Ein einfaches Rechenbeispiel

Lege zunächst eine gewünschte Bodendicke fest, statt eine beliebige Layerzahl zu übernehmen. Angenommen, du möchtest als Ausgangspunkt eine 0,8-mm-Schale und druckst mit konstanter Schichthöhe von 0,2 mm: 0,8 geteilt durch 0,2 ergibt vier feste Lagen. Bei 0,1 mm wären es acht. Das ist eine Umrechnung, keine allgemeingültige Empfehlung für jedes Bauteil. Bei variabler Schichthöhe oder einer abweichenden ersten Lage kann die tatsächliche Z-Dicke von der einfachen Division abweichen; kontrolliere dann die Slicer-Angabe für die resultierende Wandstärke.

Dicken- und Lagenfelder richtig zuordnen

Slicer benennen die Stellschrauben unterschiedlich. Cura führt in der grundlegenden Sichtbarkeit unter anderem eine gemeinsame Top/Bottom-Dicke sowie separate Felder für obere und untere Dicke und Layerzahl. PrusaSlicer bietet Anzahl und Mindestwandstärke; OrcaSlicer nennt die entsprechenden Parameter Bottom Shell Layers und Bottom Shell Thickness. Für die Unterseite sind die Bottom-/Bodenwerte maßgeblich, nicht die Top-Werte. Wenn dein Slicer sowohl Dicke als auch Anzahl zeigt, prüfe im Tooltip oder in der Vorschau, ob ein Mindestwert die Anzahl automatisch erhöht.

Vorschau prüfen, bevor du exportierst

Nach dem Slicen lohnt ein Blick auf die Schichtenansicht. Fahre an einer flachen, geschlossenen Unterseite durch die ersten Modelllagen und prüfe, ob der Bereich als feste Bodenfüllung statt als offene Infill-Struktur dargestellt wird. Kontrolliere besonders Stellen, an denen die Unterseite über einem Hohlraum oder sparsamer Füllung liegt: Die Anzahl allein sagt wenig aus, wenn die Schichten sehr dünn sind. Ändere zunächst nur die Bodendicke beziehungsweise Layerzahl und slice erneut, damit du die Wirkung in der Vorschau zuordnen kannst.

Profile sind Ausgangspunkte, keine Universalwerte

Ein konkreter Profilwert kann als Orientierung dafür dienen, wo eine Einstellung im Slicer zu finden ist, ist aber nicht automatisch für jedes Modell passend. Das genannte Cura-Repository-Profil setzt für Top und Bottom gemeinsam 0,8 mm; daraus folgt nicht, dass jede Unterseite genau diese Dicke braucht. Wähle die Bodenschale nach gewünschter Funktion und Schichthöhe und kontrolliere anschließend die tatsächlich geslicte Geometrie. Für belastete oder dichtende Böden beurteilst du zusätzlich, ob Konstruktion und Druckverfahren den Einsatzzweck erfüllen.

Quellen

  1. Prusa Knowledge Base
  2. OrcaSlicer Wiki
  3. Ultimaker Cura Repository
  4. Ultimaker Cura Repository