Brim innen, außen oder beidseitig anlegen: So wählen Sie den Rand
09.10.2026
Ein Brim vergrößert die Auflage am ersten Layer. Ob der Rand außen, innen oder beidseitig sinnvoll ist, hängt von den Konturen auf dem Druckbett ab – und davon, wie wichtig Halt gegenüber leichter Entfernung ist.
Was der Brim leistet
Ein Brim ist ein flacher, zusätzlicher Rand, der gemeinsam mit der ersten Schicht gedruckt wird. Er erweitert die Fläche, mit der die Kanten des Modells auf dem Druckbett gehalten werden. Das ist vor allem dann nützlich, wenn ein Teil wegen einer kleinen Aufstandsfläche oder ausgeprägter Schrumpfneigung an den Rändern hochkommt. Der Brim kann Verzug entgegenwirken, behebt aber keine grundsätzlich unpassende Druckbettvorbereitung. [UltiMaker: Grundlagen zu Haftung und Brim](https://ultimaker.com/wp-content/uploads/2024/06/important-3d-printing-software-features.pdf)
Außen, innen oder beidseitig?
Außen-Brim folgt den äußeren Konturen des Fußabdrucks. Er ist die naheliegende Wahl, wenn vor allem die Außenkanten Halt brauchen – etwa bei einer schmalen, hohen Säule oder einem kleinen Einzelteil. Innen-Brim legt zusätzliche Linien an geschlossenen Innenkonturen an, zum Beispiel an der Öffnung eines Rings. Beidseitig verbindet beide Ansätze und passt zu einem Rahmen oder Gitter, dessen äußere Füße und innere Stege gleichermaßen schmal aufliegen. PrusaSlicer bietet diese drei Typen ausdrücklich an. Die tatsächliche Werkzeugbahn hängt von der Geometrie und den Einstellungen ab; kontrollieren Sie deshalb die Vorschau nach dem Slicen. [Prusa: Skirt und Brim](https://help.prusa3d.com/article/skirt-and-brim_133969)
Entscheidung an der Geometrie treffen
Fragen Sie nicht nur, ob das Modell eine große oder kleine Grundfläche hat, sondern welche Kanten zuerst den Halt verlieren könnten. Ein hoher Gegenstand mit kleiner Basis profitiert typischerweise von zusätzlicher Fläche außen. Bei einer dünnwandigen Schale oder einem Ring kann der Innenrand hilfreich sein, wenn gerade der innere Fußabdruck schmal ist. Hat ein flaches Teil viele kleine Inseln oder Stege, kann beidseitiger Brim sinnvoll sein, sofern diese Konturen im Vorschau-Bild tatsächlich zusätzliche Randlinien erhalten. Kleine, dünne oder kopflastige Teile sind ebenfalls typische Kandidaten für einen Brim. Bei mehreren kleinen Modellen auf einer Platte lohnt sich die Prüfung pro Objekt: Nicht jedes Teil muss zwangsläufig denselben Rand bekommen. [Prusa: geeignete Fälle](https://help.prusa3d.com/article/skirt-and-brim_133969) · [UltiMaker: Brim-Einsatz](https://ultimaker.com/learn/ultimaker-cura-5-4-beta-release-notes/)
Vorschau statt blindem Einstellen
Nach der Wahl des Typs prüfen Sie in der Schichtansicht, ob der Rand wirklich die gewünschte Kontur begleitet. Besonders bei innenliegenden Öffnungen ist ein Blick von oben hilfreich: Ein vermeintlicher Innen-Brim muss im Slicer als Linienzug am Loch erscheinen, nicht bloß als äußere Umrandung. Liegt ein Innenrand dicht an einer zweiten Kontur, kontrollieren Sie, ob die zusätzlichen Bahnen Platz haben und nicht benachbarte Bereiche verbinden. Diese Prüfung ist wichtig, weil der Brim aus der Modellform berechnet wird; die Bezeichnung allein sagt noch nicht, wo im konkreten Modell Linien entstehen.
Breite und Abstand abwägen
Wenn der Rand beim ersten Versuch nicht genügt, vergrößern Sie die Breite schrittweise und slicen Sie erneut. Ein breiterer Rand beansprucht mehr Platz auf der Platte und erzeugt mehr Material zum Abtrennen; er ist daher kein kostenloser Sicherheitszuschlag. Ein Abstand zwischen Brim und Bauteil erleichtert das Ablösen, verringert aber zugleich den direkten Verbund. Bei einem Teil, das sich bereits zuverlässig hält, können Sie den Rand schmaler oder den Abstand größer wählen, um die Nacharbeit zu begrenzen. Cura beschreibt als mögliche Nachteile von Brims eine schwierige Entfernung und einen verbleibenden Materialsaum. [Prusa: Brim-Abstand](https://help.prusa3d.com/article/skirt-and-brim_133969) · [UltiMaker: Entfernung und Rückstände](https://ultimaker.com/learn/ultimaker-cura-5-4-beta-release-notes/)
Praktische Grundeinstellung
Für ein kleines, hoch aufragendes Teil beginnen Sie mit Außen-Brim; bei einer dünnen Ringwand vergleichen Sie Außen- mit beidseitigem Brim in der Vorschau. Drucken Sie zunächst nur dann mit breiterem Rand, wenn der erste Versuch an den Kanten Haftungsprobleme zeigt. Entfernen Sie den Brim erst nach dem Abkühlen und lösen Sie ihn kontrolliert mit Fingern oder einem geeigneten Werkzeug, ohne die Bauteilkante zu beschädigen. Bleibt ein Grat, ist beim nächsten Slicer-Durchlauf ein größerer Abstand oder ein weniger breiter Rand einen Versuch wert. Entscheidend ist der Kompromiss: genug Rand für sicheren Halt, aber nicht mehr als die konkrete Kontur benötigt.