CAD-Revision und Druckdatei eindeutig verknüpfen
09.10.2026
Eine belastbare Zuordnung braucht mehr als ähnliche Dateinamen. Erfassen Sie CAD-Revision und Druckprojektstand getrennt, dokumentieren Sie den Export und prüfen Sie nach Geometrieänderungen, ob der Slicer tatsächlich das aktualisierte Modell enthält.
Zwei Stände, ein nachvollziehbarer Bezug
Führen Sie die CAD-Revision und den Druckprojektstand als zwei getrennte Angaben. Eine neue Geometrieversion bedeutet nicht automatisch, dass eine bereits geslicte Druckdatei aktualisiert wurde. Ein gemeinsamer Bezug lässt sich organisatorisch über eine stabile Teilenummer herstellen, zum Beispiel HALTER-042. Ergänzen Sie für das CAD eine Revision (R03) und für die Druckvorbereitung eine eigene laufende Kennung (P02). Das 3MF-Konsortium führt „Revision“, „Date Produced“ und Angaben zum verwendeten Softwarestand unter den Metadaten auf, die in einer Befragung zur Diskussion gestellt wurden. Das ist keine Zusage, dass jede 3MF-Anwendung diese Felder speichert oder gleich auswertet. Verwenden Sie die Felder deshalb als Anregung für Ihr eigenes Protokoll, nicht als Ersatz für eine Prüfung der konkreten Software. [3MF-Konsortium: Metadaten](https://3mf.io/news/2024/01/3mf-metadata-survey/)
Kennung im Exportprotokoll festhalten
Legen Sie eine einfache Tabelle pro Bauteil an. Sinnvolle Spalten sind Teilenummer, CAD-Dateiname und Revision, exportierter Modellname, Druckprojektkennung, Slicer und Profil, Datum sowie Freigabestatus. Ein konsistentes Schema könnte so aussehen: „HALTER-042_CAD-R03“ und „HALTER-042_PRINT-P02_CAD-R03“. Die zweite Bezeichnung hält fest, auf welche CAD-Fassung die Druckvorbereitung bezogen ist; sie behauptet nicht, dass die Geometrie darin automatisch verknüpft wäre. Bewahren Sie freigegebene Fassungen unverändert auf und markieren Sie ältere Projekte als abgelöst, statt Dateien unter demselben Namen zu überschreiben. Das erleichtert Rückfragen, wenn später ein Maß, eine Stütze oder ein Materialprofil überprüft werden muss.
Nach einer CAD-Änderung neu laden und prüfen
Beispiel: Bei einem Halter wird nach dem Slicen eine Bohrung vergrößert und das CAD auf R04 gesetzt. Die bisherige Druckvorbereitung zeigt damit nicht von selbst auf die neue Geometrie. PrusaSlicer bietet eine Funktion „Reload from disk“, mit der ein Modell im geöffneten Projekt ersetzt werden kann. Laden Sie die neue Fassung, prüfen Sie die Geometrie in der Vorschau und slicen Sie erneut. Ändern Sie anschließend die Kennung des Druckprojekts (etwa P03) und vermerken Sie CAD-R04 im Protokoll. Die Slicer-Hilfe beschreibt die Neuladung als nützlich, wenn eine neuere Modellversion eingesetzt werden soll, ohne zuvor angelegte Unterstützungen oder Modifikator-Meshes erneut einzurichten. Dennoch sollten kritische Stützbereiche und Einstellungen nach dem Update kontrolliert werden. [PrusaSlicer: Modell von Festplatte neu laden](https://help.prusa3d.com/article/reload-from-disk_120427)
3MF und CAD-Original gemeinsam, aber getrennt aufbewahren
Ein 3MF-Projekt kann mehr als die reine Oberfläche enthalten: PrusaSlicer nennt unter anderem mehrere Modelle und Slicer-Einstellungen als mögliche Inhalte. Das macht ein solches Projekt nützlich, um die Druckvorbereitung zu speichern oder weiterzugeben. Es ist aber nicht mit dem nativen CAD-Original gleichzusetzen: Konstruktionsparameter, Feature-Historie oder die Absicht hinter einer Änderung müssen separat dokumentiert beziehungsweise im CAD-System erhalten bleiben. Speichern Sie daher CAD-Quelle, exportiertes Modell und Slicer-Projekt in einem gemeinsamen Auftragsordner oder einer versionierten Ablage, aber mit eindeutigen Rollen und Dateinamen. [PrusaSlicer: 3MF-Projekte speichern](https://help.prusa3d.com/article/saving-projects-as-3mf_1773?product=sl1)
Übergabe mit kurzer Freigabekontrolle
Vor dem Druck sollte eine feste Kontrolle sicherstellen, dass Teilenummer und CAD-Revision im Protokoll stehen, das Slicer-Projekt auf diese CAD-Fassung verweist und die Vorschau nach einem Update geprüft wurde. Übergeben Sie bei Bedarf Modell, 3MF-Projekt und Protokoll zusammen. Achten Sie auf Dateipfade: PrusaSlicer speichert bei 3MF-Projekten standardmäßig nicht den vollständigen Pfad zur Quelldatei; beim späteren Neuladen kann die Quelldatei deshalb erneut ausgewählt werden müssen. Ein lokaler Pfad taugt also nicht als einzige Verbindung zwischen den Ständen. Ergänzen Sie stattdessen einen lesbaren Verweis in der Kennung oder Tabelle und halten Sie den Ablageort der zusammengehörigen Dateien fest. [PrusaSlicer: Modell von Festplatte neu laden](https://help.prusa3d.com/article/reload-from-disk_120427)