Druckerzugriff im Heimnetz absichern: so geht’s
08.10.2026
Ein vernetzter Drucker ist ein eigener Netzteilnehmer mit Verwaltungszugang und Kommunikationsdiensten. Sichern Sie Router und Gerät getrennt ab, beschränken Sie ungenutzte Funktionen und prüfen Sie nach jeder Netztrennung, ob Drucken weiterhin wie gewünscht funktioniert.
Warum der Drucker Zugriffsschutz braucht
Ein Netzwerkdrucker ist nicht bloß ein Ausgabefach: Er kann ein eigenes Betriebssystem und Serverdienste mitbringen. Das BSI beschreibt diese Eigenschaften in seinem Baustein zu Druckern, Kopierern und Multifunktionsgeräten; die technische Tiefe richtet sich zwar vor allem an Organisationen, die Grundidee gilt aber auch zuhause. Behandeln Sie das Gerät als eigenständigen Netzteilnehmer: Wer drucken darf, muss nicht automatisch auch die Geräteverwaltung erreichen. ([BSI: Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte](https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Grundschutz/IT-GS-Kompendium/Archiv/Kompendium_Einzel_PDFs_2020/07_SYS_IT_Systeme/SYS_4_1_Drucker_Kopierer_und_Multifunktionsgeraete_Edition_2020.pdf?__blob=publicationFile&v=1))
Zuerst Router und WLAN absichern
Beginnen Sie beim Router: Ändern Sie getrennt voneinander das WLAN-Kennwort und das Kennwort für die Router-Verwaltung. Verwenden Sie für die Administration ein einzigartiges Passwort und lassen Sie es nicht auf einem Zettel neben dem Gerät liegen. Die FTC empfiehlt, voreingestellte Verwaltungsdaten zu ändern. Installieren Sie Router-Updates, und prüfen Sie, ob die Firewall eingeschaltet ist. Wo Sie die Einstellungen finden, hängt vom Modell und Anbieter ab. ([FTC: WLAN zu Hause absichern](https://consumer.ftc.gov/articles/how-secure-your-home-wi-fi-network))
Unnötige Fernzugänge und Komfortfunktionen abschalten
Drucken aus dem Heimnetz ist etwas anderes als ein Drucker, der von außen erreichbar ist. Deaktivieren Sie die Fernverwaltung am Router, sofern Sie sie nicht bewusst benötigen. Am Drucker selbst gilt dieselbe sparsame Regel: Cloud-Druck, Webdienste, zusätzliche Protokolle oder Fernwartung nur eingeschaltet lassen, wenn Sie sie tatsächlich brauchen und deren Zweck kennen. Die FTC empfiehlt allgemein, nicht verwendete Gerätefunktionen abzuschalten. Menübezeichnungen und verfügbare Optionen unterscheiden sich nach Hersteller und Modell. ([FTC: Heim-WLAN](https://consumer.ftc.gov/articles/how-secure-your-home-wi-fi-network), [FTC: vernetzte Geräte](https://consumer.ftc.gov/articles/securing-your-internet-connected-devices-home))
Druckerzugriff gezielt begrenzen
Ein separates Gäste- oder Gerätenetz kann die Zahl der Geräte verringern, die direkt im Hauptnetz kommunizieren. Das BSI beschreibt ein Gäste-WLAN als zusätzliches, vom Heimnetz getrenntes Netz. Ein Drucker kann dort ebenfalls untergebracht werden, wenn Ihr Router den Zugriff von den eigenen Computern oder Mobilgeräten zulässt. Prüfen Sie das nach der Änderung praktisch: Lässt sich der Drucker noch finden und ein Testauftrag senden? Wenn nicht, müssen Sie die Trennung oder Freigaben anpassen – die sicherste Trennung nützt wenig, wenn sie die benötigte Verbindung verhindert. ([BSI: Gäste-WLAN einrichten](https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber-Sicherheitsempfehlungen/Router-WLAN-VPN/Schritt-fuer-Schritt-zum-Gaeste-WLAN/Schritt-fuer-Schritt-zum-Gaeste-WLAN.html?nn=131630))
Drucker selbst prüfen und aktuell halten
Öffnen Sie die Drucker-Verwaltungsseite nur aus dem Heimnetz und ändern Sie ein vorhandenes Standard- oder Herstellerpasswort sofort. Suchen Sie im Router nach der Liste verbundener Geräte, um den Drucker wiederzuerkennen und nicht mehr benötigte Geräteverbindungen zu entdecken. Prüfen Sie regelmäßig, ob eine Firmware-Aktualisierung verfügbar ist, und installieren Sie sie nach Herstelleranleitung. Entfernen Sie außerdem alte Drucker, die nicht mehr genutzt werden, aus dem Netz. ([FTC: Gerätesicherheit](https://consumer.ftc.gov/articles/securing-your-internet-connected-devices-home))
Kurzer Kontrollgang nach jeder Änderung
Zum Abschluss kontrollieren Sie in der Router-Oberfläche, welche Clients verbunden sind, und vergleichen Sie die Liste mit den Geräten im Haushalt. Drucken Sie von einem Gerät im Hauptnetz und – falls eingerichtet – aus dem separaten WLAN. Vergewissern Sie sich, dass der Drucker nicht versehentlich über eine Portfreigabe oder Fernverwaltungsfunktion aus dem Internet erreichbar ist. Diese Schritte sind eine Bestandsaufnahme, kein vollständiger Sicherheitstest: Ein aktueller Drucker kann weiterhin Schwachstellen haben, und die genaue Konfiguration hängt von Router und Druckermodell ab. Bei einem Multifunktionsgerät sollten Sie zusätzlich prüfen, wer auf Scans, gespeicherte Aufträge oder die Verwaltungsseite zugreifen darf.