FreeCAD-Tabellen für konfigurierbare Bauteile einsetzen
09.10.2026
Eine FreeCAD-Tabelle kann Eingabemaße und Berechnungen bündeln und diese über Ausdrücke an Bauteile weitergeben. Der Leitfaden zeigt einen nachvollziehbaren Aufbau mit benannten Zellen, einem Distanzstück-Beispiel und Hinweisen zu Abhängigkeiten.
Parameter an einem Ort sammeln
Wer mehrere Varianten eines Druckteils pflegt, kann Maße und einfache Rechenwerte in einer FreeCAD-Tabelle zusammenfassen und sie von dort aus mit dem Modell verbinden. Statt beispielsweise Durchmesser, Höhe und Bohrung an verschiedenen Skizzenstellen als feste Zahlen einzutragen, entsteht eine kleine, lesbare Parameterübersicht. Sinnvoll ist eine Trennung zwischen Eingaben, abgeleiteten Maßen und gegebenenfalls Hinweisen. So bleibt sichtbar, welche Werte beim Wechsel einer Variante geändert werden sollen. Für die Verknüpfung empfiehlt die FreeCAD-Dokumentation, das Tabellen-Label zusammen mit einem Zell-Alias zu verwenden. Benennen Sie also das Blatt verständlich, etwa „Bauteilparameter“, und geben Sie einer Zelle einen sprechenden Namen wie „AussenD“. Der Ausdruck `<<Bauteilparameter>>.AussenD` ist auf einen Blick leichter zuzuordnen als ein Bezug auf eine bloße Zelladresse. Die Zelladresse bleibt für einfache Formeln innerhalb einer Tabelle praktisch; bei vielen Parametern hilft ein Alias, die Modellabsicht lesbar zu halten.
Ein Distanzstück als Beispiel strukturieren
Als Beispiel dient ein Distanzstück mit Außendurchmesser, Bohrung und Höhe. Legen Sie eine Tabelle an, tragen Sie die Bezeichnungen in eine Spalte und daneben die jeweiligen Werte ein. Die Modellmaße sind projektspezifisch; entscheidend ist die Struktur: Direkte Eingaben stehen getrennt von Größen, die aus ihnen berechnet werden. Eine Formelzelle kann etwa einen Bunddurchmesser aus einem Grunddurchmesser und einer Zugabe ableiten. FreeCAD-Ausdrücke in Tabellenzellen beginnen mit `=`; das offizielle Tutorial zeigt die einfache Formel `=B1 * 0.304`, mit der ein Wert aus einer anderen Zelle berechnet wird. Für das Distanzstück lässt sich analog eine Beziehung zwischen Grundmaß und Zugabe abbilden, statt die abgeleitete Größe für jede Variante erneut auszurechnen. Beginnen Sie mit wenigen, überschaubaren Beziehungen und prüfen Sie deren Einheiten und Ergebnisse.
Zellen mit Skizzenmaßen verbinden
Das FreeCAD-Tutorial veranschaulicht den Aufbau an einer parametrischen Skizze und nennt als Beispielwerte 1800 mm Durchmesser und 12 Segmente. Für ein eigenes Druckteil sind die konkreten Eingaben natürlich anders; der Ablauf bleibt aber vergleichbar: Legen Sie fest, welche Maße die Variante bestimmen, und wählen Sie in der Skizze die entsprechenden Bedingungen aus. Im Ausdruckseditor wird der Tabellenwert als Ausdruck eingetragen. Verwenden Sie dabei einen Zell-Alias zusammen mit dem Tabellen-Label, damit später nachvollziehbar bleibt, welcher Wert ein Maß steuert. Wiederholen Sie das nur für die maßgebenden Skizzenmaße oder Feature-Eigenschaften, nicht wahllos für jede Zahl im Modell. Ändern Sie nach dem Verknüpfen einzelne Eingaben und prüfen Sie, ob die Geometrie wie vorgesehen mitgeht. Eine Formel kann rechnerisch sinnvoll sein, aber eine Skizze dennoch überbestimmen oder bei einer extremen Variante geometrisch unbrauchbar werden.
Abhängigkeiten und Varianten kontrollieren
Eine Tabelle eignet sich als Eingabequelle, sollte aber nicht unbedacht zugleich die Eigenschaften desselben gesteuerten Objekts zurücklesen. Die FreeCAD-Dokumentation nennt dies als zyklische Abhängigkeit: Ein Objekt, dessen Maße durch die Tabelle gesetzt werden, kann nicht zugleich über diese Tabelle etwa mit seinem Volumen ausgewertet werden. Wenn neben den Eingaben auch Resultate gebraucht werden, trennen Sie Steuerung und Auswertung auf verschiedene Tabellen oder planen Sie die Abhängigkeit so, dass kein Kreis entsteht. Halten Sie außerdem die Parametereingaben plausibel. Ein negativer Durchmesser oder eine Bohrung, die größer als das umgebende Material ist, ergibt kein sinnvolles Distanzstück. Dokumentieren Sie die Bedeutung der Eingabezellen und vermeiden Sie doppelt gepflegte Werte: Eine abgeleitete Größe sollte aus den Eingaben berechnet und nicht parallel als frei editierbare Zahl geführt werden. Testen Sie mindestens eine typische und eine anspruchsvolle Kombination. Prüfen Sie dabei sowohl die Skizzenlösung als auch die resultierende Form. Die Tabelle organisiert Varianten, ersetzt aber weder die konstruktive Prüfung noch die Beurteilung der Druckbarkeit.