Hersteller-Selbsttests nach der Montage richtig einordnen
08.10.2026
Ein Selbsttest hilft, Montage- und Komponentenprobleme früh zu erkennen, prüft aber je nach Druckermodell unterschiedliche Punkte. Lesen Sie deshalb die angezeigten Einzelergebnisse und behandeln Sie den ersten gelungenen Test nicht als Ersatz für die anschließende Beurteilung eines Drucks.
Was der Selbsttest nach der Montage leistet
Nach dem Aufbau ist der automatische Selbsttest ein sinnvoller erster Prüfpunkt – aber kein universelles Gütesiegel. Prusa beschreibt den Ablauf beim MK3.5/S als Kontrolle von Montage, Verkabelung und elektronischen Komponenten. Das macht den Test besonders nützlich, um offensichtliche Anschluss- oder Funktionsprobleme vor dem ersten Druck einzugrenzen. [Prusa: Selbsttest MK3.5/S](https://help.prusa3d.com/de/article/selbsttest-fehlgeschlagen-mk3-5-s_686887) Wichtig ist die Modellgrenze: Die Liste der Prüfschritte eines MK3.5/S ist nicht automatisch die Checkliste für ein anderes Gerät. Ein Selbsttest beantwortet zunächst nur, ob die vom Hersteller vorgesehenen Prüfpunkte dieses Modells unauffällig waren. Daraus folgt nicht, dass jede denkbare Druckfehlerursache oder jedes Druckergebnis bereits bewertet wurde.
Vor dem Start: Aufbau und Umgebung mitdenken
Folgen Sie zuerst dem Inbetriebnahme-Assistenten und den Hinweisen im Handbuch Ihres konkreten Druckers. Ein Hersteller kann während der Kalibrierung definierte Bewegungen oder Berührungen verlangen; beim Prusa XL lautet die Anweisung, den Drucker während des Selbsttests nicht anzufassen, außer wenn der Bildschirm dazu auffordert. Prusa weist außerdem darauf hin, dass ein stabiler Aufstellort wichtig ist. [Prusa: Selbsttest XL](https://help.prusa3d.com/article/selftest-failed-xl-single-tool_401278) Praktisch heißt das: Lassen Sie den Drucker den vorgesehenen Ablauf beenden, statt Achsen oder Druckkopf parallel von Hand zu bewegen. Stellen Sie sich so hin, dass Sie Displaymeldungen und Gerät beobachten können. Bei einem anderen Modell gelten dessen Hinweise – eine Anweisung für den XL sollte nicht ungeprüft auf jeden Drucker übertragen werden.
Einzelergebnisse statt bloßem Gesamteindruck lesen
Ein „bestanden“ ist hilfreich, die einzelnen Stationen liefern jedoch mehr Diagnosewert. Beim MK3.5/S nennt Prusa unter anderem Lüftertest, XY-Prüfung, Z-Ausrichtung und Z-Achse, Heizungsprüfung sowie Erstschichtkalibrierung. Fortschritt und Ergebnisse erscheinen auf dem LCD. [Prusa: Selbsttest MK3.5/S](https://help.prusa3d.com/de/article/selbsttest-fehlgeschlagen-mk3-5-s_686887) Notieren Sie bei einem Fehler die konkrete Station und die angezeigte Meldung, bevor Sie Einstellungen verändern. So bleibt klar, ob es um einen Lüfter, eine Achse, eine Heizung oder die erste Schicht geht. Ein Fehler bei einer mechanischen Prüfung verlangt eine andere Untersuchung als ein unbefriedigendes Ergebnis der ersten Schicht; wahlloses Wiederholen oder Ändern mehrerer Parameter erschwert die Zuordnung.
Bei einem Fehlschlag gezielt vorgehen
Nutzen Sie die Diagnose des Herstellers als Startpunkt. Für den Prusa XL nennt die Fehlerhilfe bei Problemen an X- oder Y-Achse zunächst die Frage, ob die Bewegung blockiert wird, und verweist gegebenenfalls auf die Riemenspannung. [Prusa: Selbsttest XL](https://help.prusa3d.com/article/selftest-failed-xl-single-tool_401278) Prüfen Sie daher nur die Stelle, die zum Fehlerbild passt, und arbeiten Sie nach der Anleitung für das konkrete Modell. Greifen Sie nicht in einen laufenden Kalibrierungsschritt ein. Bei elektrischen oder Heizungsfehlern sollte nicht durch wiederholte Startversuche „getestet“ werden: Maßgeblich sind Fehlermeldung, Herstellerhinweise und bei unklarer Ursache der Support. Diese Vorsicht ist keine zusätzliche Diagnose, sondern eine sinnvolle Grenze des Selbsttests.
Erstschicht und Testdruck als nächste Ebene
Ein bestandener Funktionstest und ein sauberer Druck sind nicht dasselbe. Der MK3.5/S führt eine Kalibrierung der ersten Schicht als eigenen Prüfschritt. Bei den Prusa-Modellen MK4/S, MK3.9/S und XL/+ mit Loadcell wird die erste Schicht nach der dafür nötigen Einstellung automatisch während des Mesh-Bed-Levelings kalibriert. [Prusa: Selbsttest MK3.5/S](https://help.prusa3d.com/de/article/selbsttest-fehlgeschlagen-mk3-5-s_686887) · [Prusa: Loadcell](https://help.prusa3d.com/article/loadcell-mk4-s-mk3-9-s-xl_401253) Beurteilen Sie deshalb nach der Montage auch einen geeigneten ersten Druck und dessen erste Lage. Bei einem Prusa-Modell mit Loadcell ist eine manuelle Erstschichtkorrektur nicht pauschal der nächste Schritt; bei anderen Druckern gelten wiederum deren Kalibrierroutinen. Der Selbsttest ist der Anfang der Inbetriebnahme, nicht deren Ersatz.