Lift-Höhe und Lift-Geschwindigkeit anhand der Ablösung wählen
09.10.2026
Sog beim Abheben kann Ablösefehler verursachen. Prüfen Sie daher erst das Fehlerbild und die Modellgeometrie, bevor Sie gezielt einen Bewegungsparameter ändern.
Zuerst die Ablösung einordnen
Wenn ein Resin-Druck während des Bauens von den Stützen reißt oder einzelne Schichten nicht sauber vom Tankboden lösen, wirkt eine Änderung von Lift-Höhe oder Lift-Tempo naheliegend. Das Tempo beeinflusst, wie dynamisch die Trennung abläuft; die Höhe bestimmt den Verfahrweg. Prüfen Sie zunächst das Fehlerbild: Bleibt ein Teil am Film hängen, ist eine zu schnelle oder unvollständige Ablösebewegung eine mögliche Ursache. Löst es sich, fällt aber von den Stützen, können Stützen oder Modellgeometrie ebenso wichtig sein. Formlabs nennt geringere Peel-Geschwindigkeiten als eine Möglichkeit, Kräfte auf das Bauteil zu senken. Das ist ein Ansatzpunkt, keine Erfolgsgarantie. [Formlabs: Print Settings Editor](https://formlabs.com/support/Using-the-Print-Settings-Editor/).
Lift-Höhe: ausreichend, nicht beliebig groß
Die Plattform muss sich so weit anheben, dass die belichtete Schicht vom Tankfilm getrennt wird. Mehr Höhe schafft zusätzlichen Bewegungsweg, kann aber unnötig Zeit kosten und keinen geometrisch bedingten Sog beseitigen. Verändern Sie die Höhe deshalb nicht pauschal bei jeder Fehlstelle. Prüfen Sie zuerst das zum Drucker und Harz gehörende Profil; erhöhen Sie den Wert nur, wenn das Fehlerbild plausibel auf unvollständige Trennung hindeutet. Beachten Sie, dass manche Systeme den Peel in mehrere Phasen aufteilen: Dann ist der Gesamtweg nicht unbedingt ein einziger Lift-Höhenwert. Prusa beschreibt die Tower-Hop-Höhe als Verfahrweg des Towers. [Prusa: Custom print profiles (SL1/SL1S)](https://help.prusa3d.com/article/custom-print-profiles-sl1-sl1s_702872).
Lift-Tempo: vorsichtig an der Trennphase drehen
Ein langsamerer Lift ist erwägenswert, wenn sich die Trennung ruckartig verhält oder wiederholt Stützen abreißen. Prusa nennt für SL1/SL1S 22 mm/s als Standardwert für schnelle und langsame Profile sowie 2 mm/s bei hochviskosem Harz. Das sind gerätespezifische Profilwerte, keine allgemeine Vorgabe für MSLA-Drucker anderer Bauart. Nutzen Sie zunächst die passende Materialvoreinstellung. Wenn Sie weiter justieren müssen, ändern Sie das Tempo in kleinen Schritten und beobachten Sie, ob sich die Ablösung verbessert. Langsamer ist nicht automatisch besser: Der Druck wird langsamer, und die passende Einstellung hängt von Gerät und Harz ab. [Prusa: Custom print profiles (SL1/SL1S)](https://help.prusa3d.com/article/custom-print-profiles-sl1-sl1s_702872).
Bechergeometrie nicht mit Lift-Werten kaschieren
Ein Hohlkörper mit ungünstig ausgerichteter konkaver Fläche kann beim Abheben Sog erzeugen. In diesem Fall kann eine Änderung der Orientierung oder eine geeignete Entlüftungsöffnung wirksamer sein, als Höhe und Tempo immer weiter zu erhöhen. Formlabs empfiehlt, konkave Flächen in Richtung der Bauplattform auszurichten und bei Innenhohlräumen eine Druckentlastungsöffnung oder eine weniger becherartige Ausrichtung zu erwägen. Auch flache Flächen parallel zur Plattform sind besonders anfällig für Peel-Kräfte; eine schräge Ausrichtung kann die Belastung mindern. Das ersetzt keine passende Stützung, zeigt aber, warum ein Bewegungsparameter kein Ersatz für gute Modellorientierung ist. [Formlabs: SLA-Teile orientieren](https://formlabs.com/blog/how-to-orient-sla-parts/).
Einzeln testen und Änderungen zurücknehmen können
Dokumentieren Sie Harz, Drucker, Profil und Schicht, an der der Fehler auftritt. Prüfen Sie Modellorientierung, Hohlräume, Ablaufwege und Stützen. Ändern Sie anschließend nur einen Bewegungswert, etwa das Lift-Tempo, und lassen Sie alle übrigen Einstellungen unverändert. Ein kleiner, aussagekräftiger Test erleichtert den Vergleich mit dem bisherigen Ergebnis. Bleibt die Ablösung unvollständig, kontrollieren Sie, ob Lift-Höhe und gegebenenfalls die mehrstufige Peel-Bewegung zum Gerät passen. Verbessert sich nichts, setzen Sie den Wert zurück und prüfen Sie andere Ursachen. Änderungen können Druckzeit kosten; Prusa kennzeichnet die erweiterten Profileinstellungen als fortgeschritten und rät Unerfahrenen von Anpassungen ab. Bewahren Sie daher das Ausgangsprofil auf und verändern Sie Herstellerwerte nur, wenn Sie die Wirkung prüfen und den Ausgangszustand wiederherstellen können. [Prusa: Custom print profiles (SL1/SL1S)](https://help.prusa3d.com/article/custom-print-profiles-sl1-sl1s_702872).