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Normale Belichtungszeit mit einem Detailtest ermitteln

09.10.2026

Ein Detailtest macht sichtbar, ob die normale Belichtungszeit eines Resin-Drucks zu niedrig oder zu hoch liegt. Mit einer breiten ersten Testspanne, anschließender Verfeinerung und mehreren Geometriemerkmalen lässt sich ein brauchbarer Startwert ermitteln.

Was Sie mit dem Detailtest kalibrieren

Gesucht ist nicht eine universelle Sekundenangabe, sondern ein passender Startwert für die normale Schichtbelichtung Ihrer Kombination aus Drucker, Harz und Schichthöhe. Nutzen Sie möglichst eine Empfehlung des Harzherstellers als Ausgangspunkt und prüfen Sie diese mit einem Testkörper, der sowohl feine Stege als auch Öffnungen oder Lücken zeigt. Die Belichtung der ersten Schicht ist ein eigener Parameter und sollte nicht mit dem normalen Schichtwert verwechselt werden: Prusa führt sie in seiner Kalibrierung separat auf. Ändern Sie beim Vergleich zunächst nur die normale Belichtungszeit, damit die Testfelder aussagekräftig bleiben.

Erst grob, dann in kleineren Schritten testen

Drucken Sie eine Kalibrierungsreihe, in der jedes Feld beziehungsweise jeder Testkörper eine andere normale Belichtungszeit erhält. Ist der nötige Bereich unbekannt, beginnen Sie mit deutlich auseinanderliegenden Werten. Wählen Sie anschließend die aussichtsreichsten Ergebnisse und wiederholen Sie den Test mit engeren Zeitabständen. Genau dieses Vorgehen – vom breiten zum schmalen Suchbereich – empfiehlt Prusa für unbekannte Harze. Übernehmen Sie dabei keine Sekundenwerte von einem anderen Drucker: Ein Test soll den Bereich für Ihre eigene Gerätekonfiguration eingrenzen, nicht ein fremdes Profil kopieren.

Lücken und feine Strukturen gemeinsam beurteilen

Prüfen Sie nach dem Waschen und Aushärten nicht nur, ob der Testkörper als Ganzes gelungen ist. Schauen Sie bei einem Schachbrett- oder Öffnungstest, ob kleine Lücken offen und klar abgegrenzt bleiben. Im AmeraLabs-Town-Schachbrett sind zu schmale Zwischenräume ein Überbelichtungszeichen; größere Lücken sprechen in die andere Richtung. Ein Detailtest sollte deshalb nicht nach dem Prinzip „je mehr Stege, desto besser“ bewertet werden: Werden negative Räume zugedrückt, kann die Belichtung bereits zu hoch sein. Suchen Sie die Einstellung, bei der feine positive Details sichtbar werden, ohne dass benachbarte Konturen zusammenlaufen.

Ergebnis auf Plausibilität prüfen

Wählen Sie nicht automatisch den Wert mit den kleinsten noch erkennbaren Details. Vergleichen Sie mehrere Merkmale desselben Tests: Öffnungen, Stege und Kanten sollten ein stimmiges Bild ergeben. Bleiben einzelne Details auch bei plausibler Belichtung undeutlich, kann das am Harz oder an der Testgeometrie liegen; ein Detailverlust beweist nicht allein, dass die Belichtungszeit falsch ist. Auch Ausrichtung, Stützen und Modellform beeinflussen das Druckergebnis, wie Formlabs für SLA-Drucke hervorhebt. Prüfen Sie daher den ermittelten Wert anschließend an einem repräsentativen Modell und speichern Sie ihn zusammen mit Harz, Schichthöhe und Drucker als Profil. Bottom-Layer-Werte bleiben davon getrennt.

Grenzen der Kalibrierung

Der Detailtest liefert eine praktische Kalibrierung, aber kein allgemeingültiges Materialurteil. Ein Ergebnis gilt zunächst für die getestete Konfiguration; ein Wechsel von Harz, Schichthöhe oder Druckbedingungen kann eine erneute Kontrolle sinnvoll machen. Bei widersprüchlichen Merkmalen sollten Sie nicht einfach weiter an der Belichtungszeit drehen: Prüfen Sie auch, ob der Test sauber gewaschen wurde und ob Geometrie, Ausrichtung oder Stützen den Vergleich beeinflussen. Verwenden Sie den Test als reproduzierbaren Ausgangspunkt, nicht als Ersatz für Herstellerangaben oder die Prüfung eines konkreten Bauteils.

Quellen

  1. Prusa Research
  2. AmeraLabs
  3. Formlabs