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Nylon-Filamente vergleichen: PA6, PA12 und Copolyamide

09.10.2026

PA6 und PA12 unterscheiden sich nicht nur durch ihre Kennziffer, sondern auch durch konkrete Filamentrezeptur und Feuchteverhalten. Für die Auswahl zählen deshalb Anwendung, Füllstoffe und Druckverfahren; Copolyamide sind wiederum eine eigene Materialfamilie.

Die Zahl ist nicht das ganze Material

Nylon ist die verbreitete Bezeichnung für Polyamide. PA6, PA12 und ein Copolyamid sind aber keine austauschbaren Etiketten: BASF führt PA6/66 beispielsweise ausdrücklich als Copolyamid. Entscheidend für den Druck ist außerdem, ob das Filament unverstärkt oder mit Fasern gefüllt ist. Ensingers Filamentprogramm führt PA6 in glasgefüllter Ausführung und PA12 als ungefülltes Naturfilament. Ein Vergleich „PA6 gegen PA12“ ist deshalb nur aussagekräftig, wenn Rezeptur und Produktklasse mitgenannt werden. [BASF: Polyamide und Vorprodukte](https://chemicals.basf.com/global/en/Monomers/polyamides-and-precursors) · [Ensinger: PA-Filament](https://www.ensingerplastics.com/en-sg/thermoplastic-materials/pa-polyamide/pa-filament)

Wann PA6 sinnvoll sein kann

Für eine steife, belastbare Konstruktion kann ein PA6-Filament mit Glasfaser interessant sein. Ensinger nennt für sein PA6-GF30-Filament Zugfestigkeit, Steifigkeit und Druckfestigkeit als herausragende Merkmale; Bauteile dieser konkreten Variante seien für hohe statische Lasten geeignet. Das ist keine allgemeine Garantie für jedes PA6: Füllstoffanteil, konkrete Polymerrezeptur, Geometrie und Druckprozess beeinflussen das Ergebnis. Glasfaserverstärkung verändert zudem das Material gegenüber einem ungefüllten Nylon. Prüfen Sie daher das Datenblatt genau der Rolle, die Sie einsetzen wollen, statt eine Kennzahl für alle PA6-Filamente zu übernehmen. [Ensinger: PA-Filament](https://www.ensingerplastics.com/en-sg/thermoplastic-materials/pa-polyamide/pa-filament)

Warum PA12 oft bei Feuchte und Chemikalien auffällt

Für Teile, deren Maßhaltigkeit in wechselnder Umgebung wichtig ist, spricht häufig die geringere Wasseraufnahme von PA12. Ensinger hebt bei seinem Filament außerdem chemische Beständigkeit hervor. Das macht PA12 jedoch nicht wasserundurchlässig oder für jedes Medium beständig. Polyamide nehmen je nach Typ unterschiedlich viel Feuchtigkeit auf; dabei können sich Abmessungen und mechanische Eigenschaften verändern. Für Passungen oder bewegliche Komponenten ist das ein praktischer Grund, Einsatzklima und Toleranzanforderungen bereits bei der Materialwahl mitzudenken. Bei einem kritischen Bauteil sollten Sie die Materialangaben des Filamentherstellers und die konkreten Einsatzbedingungen zugrunde legen. [Ensinger: PA-Filament](https://www.ensingerplastics.com/en-sg/thermoplastic-materials/pa-polyamide/pa-filament) · [Ensinger: Polyamid](https://www.ensingerplastics.com/en-us/thermoplastic-materials/pa-polyamide)

Copolyamid ist eine Rezeptur, keine automatische Abkürzung

Copolyamide kombinieren unterschiedliche Polyamid-Bausteine; die Bezeichnung sagt daher noch nicht, welche Druckeigenschaften ein Filament haben wird. BASF führt PA6/66 als eigene Copolyamidfamilie. In der Praxis sollten Sie für eine Copolyamid-Rolle insbesondere die Herstellerangaben zur Verarbeitung und zu den Bauteileigenschaften lesen. Werte aus einer Folien- oder Spritzgussanwendung lassen sich nicht ungeprüft auf FDM-Filament übertragen. Auch der Begriff „Nylon“ allein ersetzt kein Datenblatt. [BASF: Polyamide und Vorprodukte](https://chemicals.basf.com/global/en/Monomers/polyamides-and-precursors)

Eine praktische Auswahl in drei Schritten

Erstens: Klären Sie die Hauptanforderung. Bei hoher Steifigkeit und statischer Last kann ein konkret dafür ausgewiesenes PA6-GF-Filament passen; bei geringer Wasseraufnahme und chemischer Belastung kann PA12 einen Vorteil bieten. Zweitens: Vergleichen Sie nur gleichartige Angebote – Faseranteil, Verfahren und Bauteilzustand müssen zusammenpassen. Drittens: Betrachten Sie das Drucksystem. Formlabs weist für sein Nylon-12-Pulver im SLS-Druck auf eine Umgebungsfeuchte von höchstens 50 Prozent hin und nennt mögliche Probleme bei höherer Feuchte. Das ist eine hersteller- und verfahrensbezogene Vorgabe für dieses Pulver, keine universelle Grenze für PA12-FDM-Filament. Für Filament gelten die Trocknungs- und Druckempfehlungen des jeweiligen Herstellers. [Ensinger: PA-Filament](https://www.ensingerplastics.com/en-sg/thermoplastic-materials/pa-polyamide/pa-filament) · [Ensinger: Polyamid](https://www.ensingerplastics.com/en-us/thermoplastic-materials/pa-polyamide) · [Formlabs: Using Nylon 12](https://formlabs.com/support/Using-Nylon-12/)

Quellen

  1. Ensinger
  2. Ensinger
  3. BASF
  4. Formlabs