OpenSCAD-Customizer: Wiederverwendbare Vorlagen gestalten
09.10.2026
Eine gute OpenSCAD-Vorlage zeigt wenige, verständliche Einstellwerte, hält berechnete Details verborgen und lässt sich als Preset erneut verwenden.
Die Vorlage beginnt mit einer kleinen Oberfläche
Der Customizer ist dann hilfreich, wenn jemand Maße oder Varianten ändern soll, ohne zuerst die Modelllogik lesen zu müssen. Behandle die sichtbaren Variablen deshalb wie die Oberfläche einer kleinen Anwendung: wenige Stellschrauben, klare Namen und sinnvolle Startwerte. Die Modellkonstruktion selbst kann anschließend in wiederverwendbaren Modulen gebündelt werden. So bleibt die Eingabe übersichtlich, während die Geometrie nicht mit Bedienfeldern vermischt wird. Die [Customizer-Anleitung im OpenSCAD-Handbuch](https://en.wikibooks.org/wiki/OpenSCAD_User_Manual/Customizer) beschreibt die Beschränkung auf einfache Werte; die [Sprachreferenz](https://en.wikibooks.org/wiki/OpenSCAD_User_Manual/The_OpenSCAD_Language) erläutert Module als Möglichkeit, Anweisungen wiederzuverwenden.
Ein konkretes Grundmuster
Für eine einfache Montageplatte könnten die öffentlichen Einstellungen so aussehen: ```scad /* [Platte] */ // Außenbreite in mm breite = 60; // [60:5:120] // Außentiefe in mm tiefe = 40; // [40:5:100] // Materialstärke in mm dicke = 4; // [2:0.5:8] /* [Bohrbild] */ // Abstand der beiden Bohrungen lochabstand = 30; // [20:5:50] /* [Hidden] */ lochdurchmesser = 5; difference() { cube([breite, tiefe, dicke], center=true); for (x = [-lochabstand/2, lochabstand/2]) translate([x, 0, 0]) cylinder(h=dicke+0.2, d=lochdurchmesser, center=true); } ``` Der Kommentar mit Grenzen und Schritt macht den Zahlenbereich für die Eingabe nachvollziehbar. Im Beispiel bleibt der Bohrdurchmesser eine interne Festlegung, während Breite, Tiefe, Stärke und Lochabstand zu den angebotenen Varianten gehören. Vor der Freigabe sollten die Grenzwerte gemeinsam betrachtet werden: Auch einzeln vernünftige Regler können zusammen eine unpassende Geometrie ergeben. Hier muss der Bohrabstand samt Bohrungsdurchmesser in die minimale Plattenbreite passen. Die [Customizer-Anleitung](https://en.wikibooks.org/wiki/OpenSCAD_User_Manual/Customizer) zeigt einen Regler mit explizitem Schritt und Bereich; die Beispielgeometrie ist eine redaktionelle Veranschaulichung, kein getestetes Modell.
Gruppieren und Internes verbergen
Ordne Tabs nach Entscheidungen, nicht nach der Reihenfolge, in der der Code geschrieben wurde: etwa „Platte“, „Bohrbild“ und „Optionen“. Interne Konstanten und abgeleitete Werte gehören dagegen nicht in die Auswahl für Anwender. Ein „Hidden“-Abschnitt hält solche Einstellungen aus dem Bedienfeld heraus; berechnete Ausdrücke wie ein aus Breite und Tiefe abgeleiteter Abstand sollten nicht als Customizer-Eingabe geplant werden, weil der Customizer einfache Literalwerte erwartet. Für abgeleitete Maße ist eine interne Berechnung im Modell meist geeigneter. Die Manualseite erläutert sowohl Gruppierung als auch die nicht angezeigten Hidden-Werte.
Presets für wiederkehrende Varianten
Wenn dieselbe Vorlage mehrere typische Fälle abdecken soll, speichere etwa ein kompaktes und ein größeres Maßset als Presets. Das vermeidet, für jede Variante eine eigene SCAD-Datei zu pflegen. Der Nutzen steht und fällt mit stabilen Parameternamen und dokumentierten Einheiten: Wird ein Name geändert, ist weniger klar, zu welcher Einstellung gespeicherte Werte gehören. Das OpenSCAD-Handbuch beschreibt das Speichern von Wertemengen; das [Projekt-Handbuch zur Kommandozeile](https://github.com/openscad/openscad/blob/master/doc/openscad.1.in) weist `-p` als Parameterdatei und `-P` als Parametersatz aus. Eine benannte Variante lässt sich so zum Beispiel auswählen: `openscad -o platte.stl -p varianten.json -P Kompakt platte.scad`.
Grenzen bewusst einplanen
Der Customizer ist eine schlanke Eingabeoberfläche, keine vollständige Formularsprache: Nicht jede Berechnung oder Abhängigkeit lässt sich als sichtbares Feld ausdrücken. Trenne daher stabile Kernparameter von technischen Einzelheiten und lagere wiederkehrende Geometrie in Module aus. Setze Grenzen so, dass Kombinationen funktionieren, und prüfe besonders kleine und große Einstellungen sowie gespeicherte Presets vor dem Teilen. Wer automatisierte Exporte einrichtet, sollte Parameterdatei und ausgewählten Satz explizit angeben und die gewünschte Ausgabe anschließend kontrollieren. Die [OpenSCAD-Sprachreferenz](https://en.wikibooks.org/wiki/OpenSCAD_User_Manual/The_OpenSCAD_Language) behandelt wiederverwendbare Module; die [CLI-Optionen](https://github.com/openscad/openscad/blob/master/doc/openscad.1.in) nennen die Parameterdatei und den Satz.