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Projektdateien und fertige Druckdateien getrennt archivieren

08.10.2026

Das Slicer-Projekt hält Modell und Druckeinstellungen für spätere Änderungen fest; der G-Code ist der daraus erzeugte Druckauftrag. Archivieren Sie beide getrennt, aber gemeinsam auffindbar – und notieren Sie, welche Datei tatsächlich gedruckt wurde.

Zwei Dateien, zwei Aufgaben

Ein 3MF-Projekt und ein G-Code sind keine austauschbaren Sicherungskopien. Das Projekt bewahrt den bearbeitbaren Stand im Slicer: Bei PrusaSlicer umfasst das 3MF-Projekt Objekte, Einstellungen und Modifikatoren samt Parametern ([Prusa: Projekte als 3MF speichern](https://help.prusa3d.com/article/saving-projects-as-3mf_1773?product=sl1)). Beim Slicen wird daraus ein Ablaufplan, den CuraEngine in G-Code übersetzt – also Befehle für den Drucker ([CuraEngine: G-Code-Export](https://github.com/Ultimaker/CuraEngine/wiki/Gcode-Export)). Das 3MF-Format ist seinerseits für den Austausch detailgetreuer 3D-Modelle zwischen Anwendungen und Geräten gedacht ([3MF Consortium: Spezifikation](https://3mf.io/spec/)). Praktische Folge: Das Projekt ist die Grundlage zum Ändern; die ausgegebene Druckdatei hält einen konkreten Slicing-Stand fest. Bewahren Sie daher beide auf, statt die eine Datei für die andere zu halten.

Das Projekt als Arbeitsstand sichern

Sichern Sie das Projekt unmittelbar nach dem Slicen, nicht erst, wenn Sie später Änderungen brauchen. Geben Sie ihm einen eindeutigen Namen, etwa `halter_v3_prusaslicer_2026-10-08.3mf`, und legen Sie Originalmodell und Projekt in einem gemeinsamen Auftragsordner ab. Ein 3MF kann neben Modellen auch Slicer-Einstellungen und weitere Inhalte enthalten; damit ist es oft aussagekräftiger als ein reines Geometriemodell. Die konkrete Speicherung hängt jedoch vom jeweiligen Slicer und dessen Projektformat ab: Prusas Dokumentation beschreibt das Verhalten von PrusaSlicer, nicht eine Garantie für identische Ergebnisse in jeder Anwendung. Ergänzen Sie deshalb eine kurze Textnotiz mit Slicer-Version, Druckerprofil, Düse, Material und wesentlichen Abweichungen. Das sind leicht lesbare Hinweise, selbst wenn Sie das Projekt später in einer anderen Umgebung öffnen.

Den tatsächlich gedruckten G-Code getrennt ablegen

Exportieren Sie die endgültige Druckdatei in einen eigenen Unterordner, zum Beispiel `druckdateien/halter_v3_druckerA_petg_0-4mm.gcode`. Lassen Sie im Dateinamen oder in einer Begleitnotiz erkennen, zu welchem Projekt und Drucker sie gehört. Das ist wichtig, weil der G-Code bereits den vom Slicer erzeugten Ablaufplan enthält – er ist nicht bloß ein weiteres Modellformat. Wurde die Ausgabe durch ein Post-Processing-Skript verändert, archivieren Sie die Datei nach dieser Verarbeitung: PrusaSlicer unterstützt solche Änderungen; zugleich zeigt sein G-Code-Viewer laut Dokumentation noch die Version vor der Nachbearbeitung ([Prusa: Post-Processing-Skripte](https://help.prusa3d.com/article/post-processing-scripts_283913?product=prusaslicer)). Notieren Sie daher, ob die Datei nachbearbeitet wurde und welche Skriptversion oder manuellen Ergänzungen beteiligt waren. So verwechseln Sie eine Vorschau nicht mit dem finalen Artefakt.

Eine einfache Archivstruktur

Eine robuste Ablage kann so aussehen: - `halter_v3/quelle/` – ursprüngliches STL, STEP oder anderes Eingabemodell - `halter_v3/projekt/` – 3MF-Projekt und gegebenenfalls verwendete Profile - `halter_v3/druckdateien/` – exportierter, tatsächlich verwendeter G-Code - `halter_v3/notizen.txt` – Datum, Slicer-Version, Drucker, Material, Düse, Änderungen und Druckergebnis Verwenden Sie dieselbe Basisbezeichnung für Projekt, G-Code und Notiz; Version oder Änderungsnummer verhindert, dass Varianten versehentlich überschrieben werden. Speichern Sie bei mehreren Testläufen nicht nur `final.gcode`, sondern beispielsweise `v3_temp-235_bett-80.gcode`. Diese Benennung ist eine Organisationsmethode, keine Vorgabe des Dateiformats. Wenn Sie später eine Einstellung verändern, erhöhen Sie die Version und slicen neu, statt den alten G-Code stillschweigend unter gleichem Namen zu ersetzen.

Grenzen erkennen und Wiederholungen prüfen

Ein Projekt erleichtert die Wiederaufnahme, verspricht aber nicht von sich aus, dass jeder Slicer, jede Version oder jeder Drucker bitgenau denselben G-Code erzeugt. Prusa beschreibt zwar, dass ein gespeichertes Projekt auf einem anderen Computer wieder denselben G-Code erzeugen sollte; behandeln Sie das als Erwartung für den dokumentierten PrusaSlicer-Workflow, nicht als universelle Zusage. Für eine möglichst genaue Wiederholung behalten Sie deshalb Projekt, unveränderte finale Druckdatei und die Angaben zur damaligen Umgebung zusammen. Prüfen Sie vor einem erneuten Druck, ob Drucker, Material und Einstellungen noch passen. Bei einer neuen Slicing-Version oder geänderten Einstellungen sichern Sie die neue Ausgabe als eigene Variante. So bleibt das Archiv zugleich nachvollziehbar und ehrlich darüber, was tatsächlich festgehalten wurde.

Quellen

  1. Prusa Knowledge Base
  2. Prusa Knowledge Base
  3. Ultimaker/CuraEngine Wiki
  4. 3MF Consortium