Resinbedarf vor dem Start inklusive Tankreserve planen
09.10.2026
Planen Sie Resinbedarf nicht nur nach dem Modellvolumen: Berücksichtigen Sie die Slicer-Schätzung, die benötigte Ausgangsfüllung des Tanks und mögliche Nachfüllungen. Ein einfaches Schema hilft, Druckauftrag und verfügbaren Vorrat vor dem Start abzugleichen.
Drei Mengen statt einer Zahl
Für die Planung eines Druckauftrags sind drei Größen auseinanderzuhalten: die vom Slicer geschätzte Resinmenge des Jobs, die Resinmenge, die zu Beginn bereits im Tank sein muss, und der Vorrat, der für ein mögliches Nachfüllen verfügbar bleibt. Die Schätzung ist nicht automatisch gleich der notwendigen Startfüllung. Tanks unterscheiden sich je nach Drucker: Formlabs nennt für den Form 3 etwa 285 mL; ein pauschaler Tankreservewert passt daher nicht für jede Maschine. Halten Sie sich an die Füllmarkierungen und Modellvorgaben des eigenen Druckers. Ein überfüllter Tank ist keine sinnvolle Sicherheitsreserve, denn Überfüllen kann Resin verschütten.
Slicer-Wert als Ausgangspunkt
Slicen Sie den fertigen Druckauftrag mit den vorgesehenen Modellen, Stützen und Einstellungen und notieren Sie den ausgewiesenen Materialbedarf. PreForm zeigt eine Resin-Schätzung vor dem Druckstart an. Ändert sich die Ausrichtung oder die Stützstruktur, prüfen Sie die Schätzung erneut, statt den alten Wert ungeprüft weiterzuverwenden. Sie beschreibt den Job und ersetzt nicht die Kontrolle, ob im Tank genug Arbeitsfüllung vorhanden ist.
Tankreserve passend zur Maschine bestimmen
Schauen Sie in die Anleitung Ihres Druckermodells: maßgeblich sind dessen Tank, Fülllinien und Startprozedur. Die Unterschiede sind relevant: Ein Form-1+-Tank fasst laut Hersteller 200 mL, während Formlabs für den Form 3 etwa 285 mL nennt. Diese Werte sind Beispiele für diese Gerätefamilien, keine Empfehlung, den Tank bis zum Rand zu füllen. Notieren Sie als Tankreserve den Betrag, den Sie über die geschätzte Jobmenge hinaus für die vorgesehene Tankfüllung oder ein nötiges Nachfüllen vorhalten müssen. Lassen Sie die maximale Fülllinie frei.
Rechenbeispiel vor dem Start
Angenommen, der Slicer schätzt einen Auftrag auf 230 mL. Bei einem Form 1+ liegt diese Schätzung über der 200-mL-Tankkapazität; Formlabs weist für dieses Gerät bei einem geschätzten Bedarf oberhalb von 200 mL auf ein erforderliches Nachfüllen während des Drucks hin. Das Beispiel ist keine allgemeine Druckerregel. Prüfen Sie konkret, ob Tankfüllung und verfügbarer Flaschen- oder Kartuschenvorrat den Auftrag abdecken und ob ein Eingriff während des Drucks möglich ist. Ist das nicht sicher planbar, teilen Sie den Job oder verschieben Sie ihn, statt auf eine nicht belegte Prozentreserve zu setzen.
Vorrat und Startcheck zusammenführen
Für mehrere Jobs addieren Sie zunächst die jeweiligen Slicer-Schätzungen. Ziehen Sie davon nur Resin ab, das tatsächlich nutzbar im Tank oder Behälter vorhanden ist; planen Sie zusätzlich die vom Drucker erforderliche Tankfüllung und mögliche Nachfüllungen ein. Prüfen Sie vor dem Start Füllstand und Markierungen, passende Materialart sowie den verbleibenden Vorrat. Bei Druckern mit automatischer Dosierung oder eigener Füllstandserkennung gelten deren spezifische Abläufe; die genannten 200-mL- und 285-mL-Angaben sind keine allgemeine Formel. Bei Modellen wie dem Form 1+ kann ein Auftrag die Tankkapazität überschreiten und dann eine Nachfüllung erfordern.