3DDruckbefundRatgeberRechner

Resinmodelle reißen nach Wochen: Eingeschlossene Reste prüfen

09.10.2026

Wenn ein Hohlmodell erst später reißt oder Flüssigkeit austritt, sind eingeschlossene Resinreste eine plausible Spur – aber nicht die einzige Erklärung. Prüfen Sie Hohlräume, Abflusswege und die Reinigung, bevor Sie den Riss verschließen.

Was ein Spätriss verrät – und was nicht

Ein Riss, der erst nach Tagen oder Wochen auffällt, ist kein Beweis für eine bestimmte Ursache. Bei einem Hohlmodell ist eingeschlossenes, flüssiges Resin jedoch eine wichtige Möglichkeit: Ohne Ablauföffnungen kann ungehärtetes Resin im fertigen Druck eingeschlossen bleiben. Formlabs beschreibt ebenfalls, dass Resin in einem abgeschlossenen Hohlraum flüssig und ungehärtet bleibt. Tritt aus einem Riss Flüssigkeit aus, passt das zu dieser Spur; es beweist sie allein aber nicht. Auch die Nachbearbeitung zählt: Im CW1-Ablauf warnt Prusa vor kleinen Rissen nach langer IPA-Einwirkung, teils erst nach mehr als 24 Stunden. [Prusa: Hollowing](https://help.prusa3d.com/article/hollowing_117285?product=sl1s-speed), [Formlabs: SLA-Orientierung](https://formlabs.com/blog/how-to-orient-sla-parts/), [Prusa: CW1-Waschen](https://help.prusa3d.com/article/using-the-cw1-washing_112124?product=cw1).

Erst nach Hohlräumen und Sackgassen suchen

Prüfen Sie zunächst, ob das Modell überhaupt hohl ist und wo seine Kammern liegen. Öffnen Sie dafür die Projektdatei im Slicer oder in der Konstruktionssoftware und betrachten Sie den Innenraum schichtweise beziehungsweise mit einer Schnittansicht. Achten Sie nicht nur auf den großen Hauptkörper: getrennte Taschen und enge Kanäle können beim Spülen ebenfalls Flüssigkeit festhalten. Ein sichtbares Ablaufloch beweist daher nicht, dass jede Kammer erreichbar ist. Für neue Hohlmodelle sollten Abflüsse so angeordnet sein, dass Resin ablaufen und Reinigungsflüssigkeit hineingelangen kann. [Formlabs: Waschen von Drucken](https://formlabs.com/support/Washing-Prints/), [Prusa: Hollowing](https://help.prusa3d.com/article/hollowing_117285?product=sl1s-speed).

Bei Verdacht nicht einfach überlackieren

Verschließen oder überlackieren Sie einen verdächtigen Riss nicht sofort. Stellen Sie das Teil zunächst auf eine geeignete, gegen Resin beständige Auffangunterlage und prüfen Sie bei guter Beleuchtung, ob Flüssigkeit aus einer Öffnung austritt. Flüssiges Resin ist vorsichtig zu behandeln; folgen Sie den Schutz- und Entsorgungshinweisen des Resinherstellers. Ist ein Innenkanal über eine Öffnung erreichbar, kann er mit einer Spritze und sauberem, für das Material vorgesehenem Lösungsmittel gespült werden. Formlabs nennt diese Methode ausdrücklich für enge Kanäle. Lassen Sie die Flüssigkeit vollständig ablaufen und trocknen; beachten Sie dabei die Vorgaben des Resin- und Lösungsmittelherstellers. Nicht blind in unbekannte Bereiche bohren: Das kann die Wand beschädigen und muss nicht die tatsächliche Kammer öffnen. [Formlabs: Waschen von Drucken](https://formlabs.com/support/Washing-Prints/).

Die nächste Hohlform besser entwässern

Beim nächsten Druck gehört die Entwässerung schon in die Konstruktion: Planen Sie Öffnungen an den tatsächlichen tiefsten Punkten der Hohlräume und eine weitere Öffnung, über die beim Spülen Luft entweichen kann. Entscheidend ist, dass jede abgeschlossene Kammer einen durchgängigen Weg nach außen hat. Prüfen Sie die fertig geslicte Geometrie, denn eine nur optisch vorhandene Öffnung nützt nichts, wenn sie im Druck nicht offen bleibt. Beim Waschen kann eine zweite Spülung nach dem Abnehmen von der Bauplattform helfen, wenn die Lage vorher Flüssigkeit eingeschlossen hat. [Formlabs: SLA-Orientierung](https://formlabs.com/blog/how-to-orient-sla-parts/), [Formlabs: Waschen von Drucken](https://formlabs.com/support/Washing-Prints/).

Nicht jeder Riss kommt aus dem Hohlraum

Ein spät sichtbarer Riss kann auch mit dem Wasch- oder Nachhärtungsprozess zusammenhängen; die genannte Prusa-Warnung gilt konkret für den CW1 und langes Einwirken von IPA, nicht pauschal für jedes Resin oder jedes Waschgerät. Halten Sie deshalb die materialspezifischen Waschzeiten ein, statt die Einwirkzeit vorsorglich zu verlängern. Wenn das Modell dicht und nachweislich rückstandsfrei ist, kommen weitere Ursachen infrage; aus dem Zeitpunkt des Auftretens allein lässt sich keine Diagnose stellen. [Prusa: CW1-Waschen](https://help.prusa3d.com/article/using-the-cw1-washing_112124?product=cw1), [Formlabs: SLA-Orientierung](https://formlabs.com/blog/how-to-orient-sla-parts/).

Quellen

  1. Formlabs
  2. Prusa Knowledge Base
  3. Formlabs
  4. Prusa Knowledge Base