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Rundungsschablonen für wiederholte Radien an Holzwerkstücken

09.10.2026

Eine sauber angelegte Rundungsschablone macht identische Eckradien reproduzierbar. Entscheidend sind ein sauberer Bezug, der Versatz von Kopierring und Fräser sowie eine sichere Fixierung.

Erst die Rundung festlegen

Eine Rundungsschablone lohnt sich, sobald mehrere Holzwerkstücke denselben Eckradius bekommen sollen: etwa bei kleinen Ablagen, Deckeln oder Griffausschnitten. Legen Sie zuerst fest, ob alle Ecken gleich groß sein sollen und welchen fertigen Radius das Werkstück haben muss. Messen Sie vom gedachten Schnittpunkt der beiden geraden Kanten bis zum Beginn der Rundung. Markieren Sie diesen Abstand auf beiden Kanten; der Kreismittelpunkt liegt bei einer gleichmäßigen Viertelrundung entsprechend weit von jeder Kante entfernt. Eine verstellbare Schablone kann verschiedene Radien abdecken; als Größenbeispiel nennt Festool für die MFS 400 einen Kurvenbereich von 40 bis 300 mm. Das ist ein Produktbereich, keine allgemeine Grenze für selbst gebaute Schablonen. [Festool MFS 400](https://www.festool.com/accessory/routing/routing-templates-and-devices/multi-routing-templates/492610---mfs-400)

Die Schablone aus einem Bezug entwickeln

Für eine einfache Eckrundung genügt eine feste, formstabile Schablone mit einer sauber geschnittenen Viertelkreis-Kante. Zeichnen Sie die Rundung auf eine ebene Platte aus Sperrholz oder MDF, sägen Sie knapp außerhalb der Linie und schleifen Sie bis zur Linie. Lassen Sie an der Schablone genug Auflagefläche, damit die Fräse nicht kippelt und die Zwingen nicht mit der Grundplatte oder dem Fräser kollidieren. Übertragen Sie die gerade Kante und die Ecke als gemeinsame Bezugslinien; so sitzt die Schablone bei jedem Werkstück an derselben Stelle. Eine Kopierring-Lösung setzt voraus, dass Fräser, Kopierring und Schablone zueinander passen; Festool führt seine MFS 400 als Schablone für Oberfräsen mit Kopierring. [Produktangaben zur MFS 400](https://www.festool.com/accessory/routing/routing-templates-and-devices/multi-routing-templates/492610---mfs-400)

Kopierring-Versatz nicht übersehen

Bei einer Kopierringführung läuft nicht der Fräser selbst an der Schablone, sondern der Außenrand des Rings. Der Fräser schneidet deshalb versetzt zur Schablonenkante. Ermitteln Sie den seitlichen Versatz aus Ring- und Fräserdurchmesser: (Außendurchmesser des Rings minus Fräserdurchmesser) geteilt durch zwei. Ob die Schablonenkurve dafür größer oder kleiner als der gewünschte Werkstückradius sein muss, hängt davon ab, ob der Ring innen oder außen an der Schablone entlangläuft. Legen Sie deshalb vor dem Bau fest, welche Seite geführt wird, und machen Sie einen Probeschnitt in Restholz. Messen Sie den fertigen Radius und korrigieren Sie die Schablone, statt die erste Schablone ungeprüft als Endmaß zu verwenden.

Fixieren und wiederholbar positionieren

Die Genauigkeit entsteht vor allem durch denselben Anschlag und eine feste Lage beim Fräsen. Richten Sie die Schablone an einer Werkstückkante aus und markieren Sie die Bezugskante dauerhaft. Spannen Sie Werkstück und Schablone so fest, dass sie sich beim Führen nicht gegeneinander verschieben; Festool nennt bei seiner MFS Befestigungsnuten für Schraub- und Hebelzwingen und Winkelanschläge zum Ausrichten. Bei verstellbaren Profilen helfen Skalen und wiederholbare Anschläge, einmal eingestellte Maße erneut einzurichten. Die MFS-VP-200-Erweiterung wird mit millimetergenauer Skala angeboten und ist laut Hersteller zur Erweiterung für größere Radien vorgesehen. [MFS 400](https://www.festool.com/accessory/routing/routing-templates-and-devices/multi-routing-templates/492610---mfs-400) · [MFS-VP 200](https://www.festool.com/accessory/routing/routing-templates-and-devices/multi-routing-templates/492722---mfs-vp-200)

In mehreren flachen Zustellungen fräsen

Sägen Sie bei einer Außenecke zunächst den überschüssigen Bereich grob ab, aber lassen Sie etwas Material bis zur Fräslinie stehen. Führen Sie die Oberfräse anschließend kontrolliert an der Schablone entlang und nehmen Sie Material in mehreren flachen Durchgängen ab, statt den gesamten Span auf einmal zu schneiden. Halten Sie die Grundplatte vollflächig aufliegend und führen Sie das Werkzeug gleichmäßig. Bei einem Kopierring darf der Fräser die Schablone nicht berühren; prüfen Sie vor dem Einschalten, dass die Führung frei läuft. Beachten Sie die Bedienungsanleitung von Fräse und Fräser für zulässige Frästiefe, Drehzahl und sichere Führung.

Probeschnitt und Grenzen

Ein Probestück aus ähnlich dickem Material zeigt, ob Radius, Lage und Fräsbild stimmen. Verwenden Sie dafür denselben Fräser, Kopierring und dieselbe Schablonenseite wie am Werkstück. Prüfen Sie nach dem Schnitt den Radius an beiden geraden Tangenten und kontrollieren Sie, ob der Fräser an der Auslaufstelle keine Kerbe hinterlassen hat. Eine Schablone reproduziert nur die einmal eingerichtete Geometrie: Eine falsche Bezugskante, ein verrutschtes Werkstück oder ein anderer Kopierring verändert das Ergebnis. Für häufig wechselnde Radien kann eine verstellbare Schablone praktischer sein als eine eigene Platte je Maß; für wenige Teile ist eine einfache feste Schablone meist übersichtlicher. Festool beschreibt sein Schablonensystem ebenfalls als einmal einzurichtendes Hilfsmittel für wiederholte Fräsungen. [Festool: Frässchablonen und Vorrichtungen](https://www.festool.com/accessory/routing/routing-templates-and-devices)

Quellen

  1. Festool
  2. Festool
  3. Festool