SD-Karten für Druckdateien: Größe, Format und Pflege
08.10.2026
Prüfen Sie vor dem Formatieren die Vorgaben des Druckers: Prusas Anleitung etwa erklärt, dass exFAT bei den dort behandelten Modellen nicht unterstützt wird. Eine passende Dateisystemwahl ist daher geräteabhängig.
Erst Drucker, dann Dateisystem
Eine Karte kann am Computer lesbar sein und trotzdem im Drucker nicht erscheinen. Prüfen Sie deshalb zuerst im Handbuch des konkreten Modells nach Dateisystem, Kartenformat und Kapazitätsgrenzen. Prusa sagt, dass eine G-Code-Datei selten 100 MB überschreitet; die Herstelleranleitung nennt 8 bis 16 GB als für die meisten Anwendungsfälle ausreichend. Das ist eine Orientierung, keine allgemeine Regel für alle Drucker. Entscheidend bleiben Firmware und Modell. Verwenden Sie lieber eine Karte, die die Drucker-Vorgaben erfüllt, als eine große, deren Format nicht unterstützt wird.
FAT32 oder exFAT: die Dateigröße zählt
Der praktische Unterschied zeigt sich bei großen Einzeldateien: Microsoft führt für FAT32 eine maximale Dateigröße von 4 GiB auf; exFAT erlaubt in der Vergleichstabelle deutlich größere Dateien. Für gewöhnliche G-Code-Dateien kann FAT32 ausreichen, doch ein sehr großes Projekt oder ein anderes Druckdatenformat kann die Grenze relevant machen. Nicht mit der Gesamtkapazität der Karte verwechseln: Hier geht es um die Größe einer einzelnen Datei. Auch eine Karte mit viel freiem Speicher kann eine Datei nicht aufnehmen, wenn das Dateisystem diese Grenze erreicht. Umgekehrt bringt exFAT nichts, wenn der Drucker es nicht lesen kann.
Vor dem Formatieren sichern
Formatieren ist kein Aufräumen, sondern ein Neuaufsetzen des Datenträgers, bei dem vorhandene Dateien verloren gehen können. Kopieren Sie daher zuerst die Druckdateien, Profile oder sonstigen Inhalte, die Sie behalten möchten, auf den Rechner oder einen zweiten Datenträger. Prüfen Sie anschließend, ob die Kopie tatsächlich geöffnet werden kann. Erst dann die Karte eindeutig auswählen und formatieren. Gerade bei mehreren angeschlossenen Laufwerken lohnt sich der doppelte Blick auf den Laufwerksnamen und die Kapazität, bevor Sie bestätigen.
Dateien mit System ablegen
Eine einfache Ordnerstruktur hilft, an der Maschine ähnliche Versionen auseinanderzuhalten. Verwenden Sie eindeutige Namen mit Modell, Material und Revision, etwa „halter_PETG_v03.gcode“; beachten Sie, dass nicht jedes Druckerdisplay lange Namen gleich gut darstellt. PrusaSlicer kann ein erkanntes Wechselmedium als Exportziel verwenden. Speichern Sie nur die für den aktuellen Druck benötigten Dateien auf der Karte, wenn die Dateiliste sonst unübersichtlich wird. Bewahren Sie das bearbeitbare Slicer-Projekt separat auf: Die Karte ist der Transportweg, nicht das einzige Archiv.
Schreibvorgang sauber abschließen
Warten Sie nach dem Export, bis das Slicer-Programm den Schreibvorgang abgeschlossen hat. PrusaSlicer bietet nach dem Speichern auf erkanntem Wechselmedium eine Auswerfen-Funktion; folgen Sie diesem Schritt, bevor Sie die Karte abziehen. Bei anderer Software nutzen Sie die Auswerfen- beziehungsweise sichere Entfernen-Funktion des Betriebssystems und warten, bis das Medium freigegeben ist. Danach lässt sich die Datei nochmals am Computer prüfen. Stecken Sie die Karte erst dann in den Drucker und kontrollieren Sie vor dem Start, ob Dateiname und gewünschter Export angezeigt werden.
Wenn der Drucker die Karte nicht erkennt
Gehen Sie schrittweise vor: Karte am Computer lesen, wichtige Inhalte sichern, dann Dateisystem und Format gegen die Herstellerangabe prüfen. Bei Prusas dokumentierten i3-Modellen ist FAT32 erforderlich und exFAT nicht kompatibel. Ist das Dateisystem unpassend oder die Karte nicht mehr lesbar, kann eine Neuformatierung helfen – aber erst nach einer Sicherung. Anschließend zunächst nur eine kleine, eindeutig benannte Druckdatei kopieren, korrekt auswerfen und am Drucker testen. Scheitert der Zugriff weiterhin, prüfen Sie die Anleitung auf Kapazitäts- und Kompatibilitätsvorgaben und testen Sie gegebenenfalls einen anderen Datenträger.