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Geänderte Slicer-Einstellungen vor einem Update dokumentieren

09.10.2026

Ein Export allein erklärt nicht, warum ein Profil geändert wurde. Sichern Sie vor dem Slicerupdate die Presets, halten Sie konkrete Abweichungen mit Kontext fest und bewahren Sie wichtige Druckprojekte separat auf. So lassen sich Änderungen später gezielter nachvollziehen, ohne die Sicherung mit einem Nachweis für unverändertes Druckverhalten zu verwechseln.

Warum ein Export kein Änderungsprotokoll ersetzt

Ein Profil-Export hält Einstellungen fest, beantwortet aber nicht automatisch die Fragen, die nach einem Update wichtig werden: Was wurde absichtlich geändert? Für welches Material oder welchen Druck galt die Änderung? Und welche Werte sollten unverändert bleiben? Behandeln Sie deshalb Sicherung und Dokumentation als zwei getrennte Aufgaben. PrusaSlicer kann neben einzelnen Profilen ein Config-Bundle mit benutzerdefinierten Einstellungen der aktuellen Version exportieren; OrcaSlicer bietet Preset-Bundles für Drucker- und zugehörige Filament- und Prozessprofile an ([Prusa Knowledge Base](https://help.prusa3d.com/article/how-to-import-and-export-custom-profiles-in-prusaslicer_382766), [OrcaSlicer Wiki](https://github.com/OrcaSlicer/OrcaSlicer/wiki/import_export)). Ein solcher Export ist der wiederherstellbare Ausgangsstand, nicht die Erklärung der Unterschiede.

Vor dem Update: Stand und Ziel festhalten

Exportieren Sie die benutzten Presets in einen klar benannten Ordner, bevor Sie die neue Version starten. Verwenden Sie Namen, die Programm, Version und Zeitpunkt erkennen lassen, zum Beispiel „OrcaSlicer-vor-Update-2026-10“ oder „PrusaSlicer-vor-Update-2026-10“. Speichern Sie einen zweiten Satz an einem anderen Ort, wenn die Profile für wichtige oder schwer reproduzierbare Drucke gebraucht werden. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, keine Garantie: OrcaSlicer dokumentiert zwar, dass Benutzerprofile im Konfigurationsverzeichnis bei De- und Neuinstallation erhalten bleiben; eine unabhängige Kopie schützt zusätzlich vor versehentlichem Überschreiben, falschem Benutzerkonto oder einer Bereinigung des Ordners ([OrcaSlicer: User Profiles](https://github.com/OrcaSlicer/OrcaSlicer/wiki/user_profiles)). Legen Sie außerdem eine einfache Text- oder Tabellenliste mit dem Namen jedes betroffenen Drucker-, Filament- und Prozessprofils an.

Änderungen konkret protokollieren

Notieren Sie nicht nur „Temperatur optimiert“ oder „Retraktion angepasst“. Halten Sie für jede Änderung fest: Profilname, Einstellungsfeld, alter und neuer Wert, Einheit, Datum sowie Anlass. Ergänzen Sie Materialmarke beziehungsweise Materialtyp, Düsendurchmesser und den Druckfall, für den die Änderung gedacht ist. Ein hypothetischer Eintrag könnte lauten: „Generic PLA – Prozessprofil 0,20 mm; Lüfter-Minimum von 30 auf 40 %; nur für kleine Teile, um längere Schichten stärker zu kühlen; zugehöriger Test: Bauteilkennung A.“ So bleiben Zahl und Zweck miteinander verknüpft. Wenn eine Einstellung nur temporär geändert wurde, kennzeichnen Sie das ausdrücklich, damit sie nicht irrtümlich als allgemeiner Profilstandard übernommen wird.

Ungespeicherte Werte nicht mit gespeicherten Profilen verwechseln

Kontrollieren Sie vor dem Schließen, ob die Änderungen tatsächlich im Profil gespeichert wurden. OrcaSlicer beschreibt beim Wechsel von einem Profil mit ungespeicherten Änderungen die Optionen Verwerfen, Übertragen und Speichern. Übertragen wendet neue Werte auf das andere Profil an, speichert sie dort aber nicht als Änderung; Speichern schreibt sie in das vorherige Profil. Die Optionen sichern jedoch nicht automatisch das zugehörige 3MF-Projekt ([OrcaSlicer: Transfer or Discard Changes](https://github.com/OrcaSlicer/OrcaSlicer/wiki/transfer_discard_changes)). Ergänzen Sie in Ihrem Änderungsprotokoll daher den Status „im Profil gespeichert“ oder „nur für dieses Projekt“, statt beide Fälle gleichzusetzen.

Projekte separat aufbewahren und nach dem Update vergleichen

Für einen wichtigen Druck sichern Sie zusätzlich das Projekt, nicht nur das Preset. In OrcaSlicer kann ein Projekt Objekte, Druckeinstellungen und Konfigurationen in einer Datei zusammenfassen; die Dokumentation weist zugleich darauf hin, dass das Speichern eines 3MF-Projekts separat erfolgen muss ([OrcaSlicer: Import and Export](https://github.com/OrcaSlicer/OrcaSlicer/wiki/import_export), [OrcaSlicer: Transfer or Discard Changes](https://github.com/OrcaSlicer/OrcaSlicer/wiki/transfer_discard_changes)). Bewahren Sie bei Bedarf auch den zuvor erzeugten G-Code und einen Screenshot der relevanten Einstellungen auf, aber markieren Sie beides als Referenz für genau diesen Stand. Nach dem Update vergleichen Sie die notierten Felder mit dem Profil und prüfen einen repräsentativen, unkritischen Druckfall, bevor Sie sich auf das geänderte Profil für wichtige Teile verlassen. Ein identischer Zahlenwert allein beweist nicht, dass zwei Programmversionen denselben Werkzeugweg erzeugen. Die Sicherung verbessert Nachvollziehbarkeit; sie ersetzt weder Versionshinweise noch die Prüfung des konkreten Drucks.

Quellen

  1. Prusa Knowledge Base
  2. OrcaSlicer Wiki
  3. OrcaSlicer Wiki
  4. OrcaSlicer Wiki