Filamentpreis nach Masse, Dichte und nutzbarer Menge vergleichen
09.10.2026
Ein Preis pro Rolle ist nur dann vergleichbar, wenn die enthaltene Filamentmasse und die tatsächlich nutzbare Menge berücksichtigt werden. Die Dichte macht bei gleichem Materialvolumen einen Unterschied beim Gewicht und damit beim Materialeinsatz; für die konkrete Rolle zählen aber zunächst Nettomasse und Preis pro nutzbarem Gramm.
Erst den Preis pro wirklich verfügbarem Gramm berechnen
Der Rollenpreis allein sagt wenig: Entscheidend ist, wie viel Filament tatsächlich enthalten und verwendbar ist. Rechnen Sie zunächst: Rollenpreis ÷ nutzbare Filamentmasse in Gramm = Preis pro Gramm. Für den Kilopreis multiplizieren Sie das Ergebnis mit 1.000. Beispiel (rein rechnerisch): Eine 20-Euro-Rolle mit 1.000 g nutzbarer Masse kostet 2 Cent pro Gramm; bei nur 900 g nutzbarer Masse sind es rund 2,22 Cent. Das angegebene Nettogewicht ist ein Startwert, kein Ersatz für die Abzüge, die in Ihrem Betrieb anfallen. eSUNs Produktseite für PLA-Basic-Refill nennt beispielsweise 1 kg Nettogewicht pro Spule. Vergleichen Sie dabei denselben Währungs- und Steuerstand und rechnen Sie Versand oder Mindestbestellkosten separat ein, wenn sie die Beschaffungskosten beeinflussen.
Dichte erklärt, warum ein Kilogramm nicht immer gleich viel Bauteilvolumen ergibt
Die Dichte verbindet Masse und Volumen: Masse = Dichte × Volumen. Für ein Bauteil mit gleichem tatsächlichem Kunststoffvolumen braucht ein dichteres Material daher mehr Gramm. In Polymakers Datenübersicht stehen etwa 1,17 g/cm³ für PolyLite PLA und 1,04 g/cm³ für PolyLite ABS; im separaten PLA-Pro-Datenblatt stehen 1,237 g/cm³ als typischer Wert. Als vereinfachtes Rechenbeispiel mit 100 cm³ Vollmaterial wären das bei 1,17 g/cm³ 117 g und bei 1,237 g/cm³ rund 124 g. Bei angenommenen 20 €/kg entspräche das 2,34 € beziehungsweise rund 2,47 € Materialwert. Das ist keine Aussage, welches Material für eine Anwendung besser oder billiger ist: Rezeptur, gewünschte Eigenschaften und Bauteilgeometrie unterscheiden sich. Nutzen Sie Dichte daher für einen Volumenvergleich, nicht als Ersatz für den Preis pro tatsächlich gekaufter Masse.
Spulengewicht und Nettomasse auseinanderhalten
Wenn Sie eine angebrochene Rolle wiegen, umfasst der Messwert Spule und Restfilament. Die Spulen-Tara muss bekannt sein oder über die Rollen-ID beziehungsweise einen passenden Herstellerrechner berücksichtigt werden; sonst überschätzen Sie die verfügbare Filamentmasse. Prusament beschreibt eine Restlängenberechnung aus gemessenem Spulengewicht und Materialdichte. Das zeigt auch, warum eine universelle Umrechnung Gramm in Meter nicht genügt: Für dieselbe Masse hängen die Länge und das Volumen unter anderem von Dichte und Filamentdurchmesser ab. Eine Refill-Rolle mit gleichem Nettogewicht spart nicht automatisch Filamentkosten je Gramm; ein möglicher Preisvorteil ergibt sich erst aus dem tatsächlichen Verkaufspreis und den eigenen Verpackungs- oder Spulenkosten.
Nutzmenge statt Idealmenge ansetzen
Zur Nutzmenge gehören nicht nur die nominellen Gramm, sondern auch das, was Sie realistisch verarbeiten können. Beziehen Sie Material ein, das wegen eines beschädigten Endes, eines Materialwechsels, Fehlversuchen oder nicht mehr passenden Reststücken praktisch nicht verwendbar ist. Das ist betriebsabhängig und sollte gemessen oder vorsichtig geschätzt werden, nicht als pauschaler Verlustsatz behauptet werden. Für einzelne Drucke prüfen Sie die vom Slicer ausgewiesene Masse und Länge. Stimmen Verbrauch und erwartete Restmenge nicht zusammen, kontrollieren Sie Materialprofil, Durchmesser und die Wiege- beziehungsweise Taraangaben, bevor Sie Rollen miteinander vergleichen.
Eine kompakte Vergleichsrechnung für den Einkauf
Erfassen Sie für jede Option Verkaufspreis, Nettofilamentmasse, realistisch nutzbare Masse, Materialdichte und bei einer konkreten Bauteilart den Slicer-Verbrauch. Dann rechnen Sie in zwei Ebenen: Preis ÷ nutzbare Gramm für die Rollenwahl; und Preis pro Gramm × geschätzte Gramm je Bauteil für die Druckkosten. Wenn die Bauteile besser über ihr Volumen als über gleiche Masse vergleichbar sind, multiplizieren Sie das Volumen mit der jeweiligen Dichte, um den Materialbedarf näherungsweise abzuschätzen. Prüfen Sie die Annahmen für die konkrete Druckgeometrie im Slicer. Wandstärken, Füllung, Stützmaterial und Ausschuss verändern den realen Verbrauch, während die Dichte allein weder Druckerfolg noch Bauteilqualität bewertet. So bleibt die Rangfolge transparent: erst gleicher Anwendungsfall, dann nutzbare Masse und erst danach die passende Dichtekorrektur.