Preisänderungen bei Filament und Strom in Kalkulationen aktualisieren
09.10.2026
Aktualisieren Sie in der Druckkostenrechnung Filamentpreis, Spulengewicht und Stromtarif getrennt. Ein Beispiel zeigt, wie sich beide Änderungen auf die Selbstkosten eines Druckauftrags auswirken.
Erst die Eingaben trennen, dann Preise ändern
Wenn ein Filament teurer wird und zugleich der Stromtarif steigt, sollte nicht ein pauschaler Aufschlag auf die bisherige Druckkosten-Summe gesetzt werden. Trennen Sie Verbrauch und Preis: Beim Material sind das tatsächlich benötigte Gramm und der Preis je Kilogramm; beim Strom die verbrauchten Kilowattstunden und der Preis je Kilowattstunde. Viele Kalkulationsmasken führen Spulengewicht und Spulenpreis sowie Leistungsaufnahme und Energiepreis als separate Felder. Druckzeit und Filamentmenge lassen sich je nach Werkzeug aus einer G-Code-Datei übernehmen oder manuell eintragen. Prüfen Sie, ob Ihr Rechner eine Leistungsaufnahme in Watt oder direkt die Energie in Kilowattstunden erwartet – die Größen sind nicht austauschbar.
Filamentkosten mit Nettogewicht berechnen
Für die Materialkosten pro Auftrag gilt: verwendete Filamentmasse in Gramm ÷ 1.000 × Preis pro Kilogramm. Beispiel: Ein Auftrag verbraucht laut Slicer 250 g. Bei 24 Euro je Kilogramm ergeben sich 6 Euro Materialkosten. Steigt der Einkaufspreis auf 28 Euro je Kilogramm, kostet dieselbe Menge 7 Euro – genau 1 Euro mehr. Verwenden Sie den Preis, den Sie für die betreffende Spule tatsächlich zahlen, und das nutzbare Nettogewicht des Filaments, nicht das Gesamtgewicht mit Spule. Bei Sondermaterialien, Fracht oder rabattierten Mehrfachkäufen kann ein einheitlicher Katalogpreis deutlich vom eigenen Einkauf abweichen. Für verschiedene Materialien sollten Sie deshalb eigene Profile pflegen.
Strompreis passend zur Rechnung einsetzen
Die Stromkosten eines Drucks ergeben sich aus kWh-Verbrauch × Arbeitspreis pro kWh. Wenn der Drucker beispielsweise 0,8 kWh verbraucht und Ihr relevanter Arbeitspreis 0,40 Euro/kWh beträgt, sind das 0,32 Euro. Ein Tarifwechsel auf 0,45 Euro/kWh erhöht diesen Anteil auf 0,36 Euro, also um 4 Cent. Verwenden Sie dafür den für Sie geltenden Tarif und prüfen Sie, ob Ihre Kalkulation brutto oder netto rechnet. Der von Destatis veröffentlichte Haushaltsdurchschnitt von 40,55 Cent/kWh bezog sich auf das zweite Halbjahr 2025; er ist ein zeitgebundener Orientierungswert, kein Ersatz für den eigenen Vertrag. Strompreise enthalten mehrere Bestandteile, darunter Netzentgelte und Abgaben. Bei einem üblichen Haushaltsvertrag kann der variable Arbeitspreis als praktikabler Ansatz für zusätzliche Druck-kWh dienen; Grundpreise bleiben in der Regel außerhalb dieser Stückkostenrechnung, solange der Druckbetrieb sie nicht verursacht.
Änderungen rückwirkend sauber vergleichen
Speichern Sie zu jeder Kalkulation mindestens Datum, Filamentprofil, Preis je kg, Strompreis je kWh, Energieverbrauch und Druckmenge. Rechnen Sie einen bereits kalkulierten Auftrag mit den neuen Preisen erneut durch und vergleichen Sie die Einzelposten, nicht nur den Endbetrag. Im Beispiel oben steigen Filament- und Stromanteil zusammen von 6,32 Euro (6,00 + 0,32) auf 7,36 Euro (7,00 + 0,36), also um 1,04 Euro. Bei einem Verkaufspreis ist das noch keine Aussage über den Gewinn: Arbeitszeit, Ausschuss, Wartung, Maschinenkosten, Verpackung und gegebenenfalls Steuern oder gewünschter Aufschlag sind gesonderte Positionen. Ändert sich nur der Tarif, brauchen Sie nicht die Materialprofile anzufassen; ändert sich nur der Filamentpreis, bleiben Verbrauchs- und Stromdaten unverändert.
Verbrauch messen und Annahmen kenntlich machen
Wenn der Rechner statt gemessener Energie eine pauschale Leistung und Druckdauer nutzt, bleibt das ein Schätzwert. Der Energiebedarf kann mit Druckprofil, Temperatur, Aufheizphase und Maschine variieren; ein einmal ermittelter Verbrauch sollte daher nicht ungeprüft auf alle Aufträge übertragen werden. Für bessere Vergleichbarkeit kann ein Zwischenstecker mit Energieanzeige bei repräsentativen Aufträgen den kWh-Verbrauch erfassen. Nutzen Sie Messwerte dann als Druckprofil, aktualisieren Sie lediglich den Tarif regelmäßig und kennzeichnen Sie unbekannte oder angenommene Werte sichtbar. Die Kaufpreisschätzung sollte also nicht genauer wirken, als es die Verbrauchsdaten zulassen.